I wear my sunglasses at night…

Da sitzen wir nun also am Fjord in little Sudavik und fühlen uns schon irgendwie heimisch…
20140721-210359-75839972.jpg
Fassen wir doch grad mal schnell die letzten 36 Stunden zusammen: Ruckeligen Flug nach Reykjavik genossen und happy, dort wohlbehalten angekommen zu sein. Ebenso happy, die Cargobags für die Rucksäcke noch besorgt zu haben, da man dort einfach alles was so übrig ist einfach noch schnell reinschmeißen kann. Memo an mich selbst: Gibt dann allerdings immer in den Momenten böse Überraschungen, wo man schnell irgendwo weiter will, den Cargobag aufzippt, um dann festzustellen, dass einem ja erstmal alles lose entgegen fällt, obwohl man ja nur die Schultergurte freilegen wollte..

20140722-114040-42040024.jpg
Da wir Wow [!] Air geflogen sind, gabs wenig Service und der Magen knurrt bei Landung in Reykjavik. Wow! Kein Problem, der Flughafen war ja ganz nett, erinnern wir uns. Landung, den als Sperrgepäck deklarierten Rucksack eingesammelt, nochmal kurz drüber nachgedacht im Flughafensupermarkt vorausschauend zu shoppen – verworfen-, ab zum Ausgang um dann festzustellen, dass es nur NACH der Sicherheitskontrolle beim Abflug schön war irgendwie..Gibt nur n Imbiss, für Veggies ohnehin nicht der Brüller, also direkt ab zum Flybus und ab zum Domestic Airport Reykjavik.
*

20140722-114458-42298349.jpg
Nach einer Stunde Fahrt, und Umstieg am Busbahnhof in nen kleineren Bus, sehen wir den ersten Propellerflieger am Himmel und sind uns sicher, dass wir ganz in der Nähe sein müssen. Alle Pauschalurlaubsmitfahrende [sofern man das in Island überhaupt so sagen kann, denn irgendwie sind ja alle irgendwie „open minded“, die man dort so trifft] sehen uns neidisch [oder besorgt?] hinterher, als wir als einzige aus dem kleinen Shuttlebus steigen.

20140722-114715-42435653.jpg
Erneut das Gepäckdrama, dann zum Schalter, Ticket vorlegen, Boardkarte in Form eines Kassenbons mitnehmen und zum Gate. Ähm, ja…welches Gate jetzt noch..? Es gibt die 1 und separat dann nochmal die 2-4. Hm, auch nur Isländer hier auf dem Inlandsflug und wir folgen einfach der Intelligenz der Massen, immer wenn irgendein Aufruf kommt und alle so hektisch wie es eben für Isländer möglich ist das Gate wechseln. Am Büdchen noch schnell was gegessen und in der ersten Reihe Platz genommen. Bis das unglaubliche geschieht und Passagiere mit sichtbaren Tüten voller Getränken an Board zum Boarding anstehen. Kommen durch, scheint also kein Problem trotz des Verbotsschilds zum Thema Flüssigkeiten, und unser Traum vom ersten Bier in Island, am Fjord im neuen Zuhause rückt näher. Wir stürmen das Büdchen, versorgen uns mit zwei Bier und einem kleinen Wein, stellen überrascht fest dass das Bier sogar Alkohol enthält [nicht selbstverständlich in Island] und schnuffeln zum Gate zurück. Boarding, natürlich genau am anderen Gate..Also den Isländern hinterher. Boardkarte, rauslaufen, einsteigen, quasi wie Busfahren. Sitzen in der dritten von 10 Reihen und sind mehr als gespannt. Der Landeanflug ist als einer der spektakulärsten der Welt bekannt.

20140722-115501-42901866.jpg
Ich persönlich finde allein schon den Flieger spektakulär! Sitze genau neben dem Propeller. Cooles Geräusch! Vermittelt mir gleich ein Gefühl von Sicherheit [word!].
Nach einer Dreiviertelstunde Flug und nem halben Kaffe landen wir spektakulär.So sollte es eben auch sein.

20140722-114852-42532608.jpg
Fein wir sind da, warten auf unsere Riesenrucksäcke an einem Ding, welches den Namen Gepäckband nicht verdient hat und sind guter Dinge. Wetter okay, Gepäck vollständig, wir vollständig, fehlt nun nur noch das Taxi oder die Mitfahrgelegenheit..Beides nicht vorhanden. Stattdessen ein netter älterer Herr, der einige Passagiere in seinen Bus lädt. „Sudavik?“ „Ney, Isafjördur!“ Ich weiß doch wo ich gelandet bin guter Mann… Also das ganze noch einmal: „Sudavik?“ „Ney, Isafjördur!“
Hm, da gibt es wohl Schwierigkeiten in der Verständigung…Mit Händen und Füßen verstehe ich, dass er genau in die entgegengesetzte Richtung fährt. Ich habe leider heute kein Taxi für dich…
Alles klar, gar kein Problem..wir heben den vielversprechenden Hörer neben dem kürzesten Gepäckband der Welt ab, denn dort steht unmissverständlich „Taxi“. Jemand hebt ab, ich frage ob er Englisch spreche. „Hm…“ „I need a Taxi for two people at the airport. We are going to Sudavik..“ „Hm…“ Schweigen…. und dann am andern Ende: „come“.
Juchu! Keiner weiß wann und warum und wie teuer und woher, aber: come. Es kam dann auch recht zügig und brachte uns schweigend nach Sudavik zum Campsite. Cool, zwei Zelte ausser uns vor Ort.

20140722-115005-42605243.jpg
Ein paar Jungs von irgendwoher mit Bikes und ein sehr nettes dänisches Ehepaar. Platz ausgesucht, schnell unser Zelt aufgebaut [hatten wir ja geübt] und dann nochmal rüber zum Arctic Fox Centre um „Hallo“ zu sagen. Der Weg zu unserem neuen Arbeitsplatz führt uns am Fjord entlang und bestätigt uns darin, alles richtig gemacht zu haben. Am Centre angekommen die lieben Kollegen Mitch [Iceland], Chris [Canada] und Freddy unser Polarfuchsbaby getroffen, ein Bierchen getrunken und eine Gasflasche für den Kocher geschnorrt [ist unpraktisch, wenn man im Flieger nix mitnehmen darf und man gefühlt ans Ende der Welt fliegt – wie unser Dänische Kurzzeitnachbarn auf die Frage, wo man vielleicht Gas oder zumindest Kaffee kaufen könne uns am Abend mitteilten: „No, here is NOTHING!“] Viel gelacht und erzählt um uns anschließend müde auf ins Bett zu machen. Gegen Mitternacht am Zelt..hm, wird überhaupt nicht dunkel. Wussten wir ja, aber dass es dann so wirklich auch so sein würde…
Hier beim Zahnputzselfie at Midnight:

20140722-115242-42762235.jpg
Okay, so kann ich jetzt nicht schlafen. Viel zu hell! Eine Zeile gebloggt…nee, zum Denken dann doch zu müde..Okay, ich schlafe…Hm… Irgendwann klappt es dann doch endlich.
Als ich aufwache ist es fast zwei Uhr, auf meiner Uhr 1:irgendwas. Kurzer Umgebungscheck: Es ist verdammt hell! Oha, am ersten Tag direkt verpennt…kann doch nicht sein! Kurzes brainstorming…Hm, ja ist hell..aber bin ja sonst immer früh wach, kann also nicht sein. Schon allein wegen der geschenkten zwei Stunden hier in Island.. Blick auf eine andere Uhr: 2:00 nachts. Juchu! Umdrehen, weiterschlafen, schmunzeln… Leider beginnt der Tag dann auch um 5:30 morgens, da eigentlich 7:30 und mit Schafen und Vogelgezwitscher direkt am Zelt kaum anders möglich. Endlose Gedanken kreisen um die zwar jetzt ergatterte Gaskartusche und den aber leider noch fehlenden Kaffee.. Niemand wach. Nicht im Traum dran zu denken hier irgendwas zu bekommen. Gut, nochmal weiterschlafen. Machen wir dann auch, bis in das Schaf- und Vogelgezwitscher der Regen einstimmt…Entschädigt werden wir später mit einer echt heissen Dusche und netten dänischen Nachbarn, die uns zum Kaffee einladen, leider aber heute auch schon abreisen. Danach gehts auf zum Foxpack. Dazu dann im nächsten Beitrag mehr. Natürlich nicht, ohne euch einen kleinen Appetizer zu hinterlassen: Freddy ❤

20140722-131559-47759072.jpg

20140722-150047-54047633.jpg

Sonnige Grüße aus lovely Sudavik.
Vom Fjord.
In Shorts.
Word!
Iceland, you never know **

Advertisements

2 Antworten zu “I wear my sunglasses at night…

  1. Wouw… ich bin begeistert und freue mich sehr für Euch!! Es ist eine Freude Euren Trip mitzuverfolgen und ich bin schon neugierig, wie es weiter geht!

    Schlaft schön… also, hier ist es jetzt dunkel und Pieps schläft schon 🙂

  2. Schön, dass ihr jetzt gut gelandet seid und das Wetter dort jetzt besser ist. Das hat ja ganz schön geschüttet die letzten Wochen! Bin gespannt, wie’s weitergeht. 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s